24 – Live another Day

Nach einigen Jahren Pause ist, für viele überraschend, vor kurzem plötzlich Jack Bauer wieder auf der Mattscheibe aufgetaucht, und genauso wie die meisten Kritiker war auch ich sehr verhalten, was meine Vorfreude anging. In meinem Fall war “24” die Serie, die mich endgültig zum Serienfan gemacht hatte. Die ersten drei Staffeln wurden in Rekordzeit durchgeschaut, und das Wort ‘fernsehsüchtig’ bekam damals eine völlig neue Dimension. Leider hatte die geniale Erzählstruktur von 24 nach einigen Staffeln viel von ihrem anfänglichen Reiz eingebüßt. Nicht selten schien es, als hätten die Autoren zu große Probleme, das zu eng scheinende Korsett der ’24 Stunden Prämisse’ sinnvoll zu füllen. Nach dem Attentatsversuch auf den Präsidenten war es nur ein kurzer Weg zur explodierenden Atombombe in LA.
Nachdem aber nun ein paar Jahre verstrichen sind, meldet sich das alte Team zurück und bringt eine 12 Stunden Version von “24” ins Fernsehen/Internet.
Nachdem die ersten paar Folgen nun gezeigt wurden, kann man sagen, dass es wirklich wieder viel Spaß macht, “24” zu sehen. Nicht nur, weil man sich an damals erinnert, und das alte Gefühl, die Aufregung und Spannung zurückkommen. Man ist, genauso wie Jack und Chloe, auch 13 Jahre älter geworden und empfindet beim zuschauen dieses wohlige Gefühl, alte Bekannte wiederzusehen.
Diesmal spielt “24” in London und es soll der Präsident vor einem Angriff mit Millitärdrohnen geschützt werden, während er sich in England befindet, um den britischen PM von der Wichtigkeit militärischer Drohnen zu überzeugen.
Die Parallelen zu aktuellen Problemen sind natürlich offensichtlich. Warum sollten ferngesteuerte Drohnen nicht von Hackern übernommen werden? Wer tötet mit einer Drohne: ein Soldat am Joystick, tausende Kilometer entfernt?
Bis jetzt ist „24 – Live another Day“ spannend erzählt, man trifft viele Figuren von damals wieder und das 12 Stunden Gerüst scheint der Serie gut zu tun. Die Serie nach Europa zu verlagern, birgt sicherlich, speziell für den amerikanischen Markt, einige Risiken für die Produzenten, aber die Gleichung scheint aufzugehen. Nach der mehrjährigen Pause ist die neue Staffel von “24” anders genug, um neu zu wirken, aber nicht zu neu, um sinnvoll an das Bekannte anzuknüpfen. Der in London geborenen Kiefer Sutherland hat das Herzstück seines professionellen Lebens in seine Heimat geholt und, allem Anschein nach, die Figur des Jack Bauer erfolgreich in die heutige Zeit geholt.
Ab jetzt wird nicht nur Amerika gerettet, sondern die ganze Welt!