Berlinale Nachlese Serien

Die 65. Berlinale war in diesem Jahr neben den wie immer gefeierten Filmpremieren und Wettbewerbsbeiträgen auch der Schauplatz von insgesamt 8 Serienpiloten. Sicher sollte man es nicht überbewerten, aber es heißt schon etwas, wenn ein so angesehenes Filmfestival sich entscheidet, Serien ins dicht gepackte Programm zu nehmen. Auch in den vergangenen Jahren liefen schon Serien wie “Top of the Lake” auf der Berlinale, aber diesmal gab es eine wesentlich größere Auswahl.

Neben sechs internationalen Serien waren war auch zwei deutsche Serien am Start. Einerseits die Polizeiserie “Blochin” und auch die vom Publikum und den Kritikern gleichermaßen gefeierte Serie “Deutschland 83”.

Auch wenn Deutschland im internationalen Vergleich sicher noch etwas hinterher hinkt, ist doch eine positive Tendenz zu erkennen. Im Fall von “Dtl.83” handelt es sich sogar um eine Serie, die in einer für Deutschland untypischen horizontalen Erzählweise verfasst ist, als eigentlich typische “ZDF Qualitätsserie” von RTL finanziert wurde und als erste deutschsprachige (und zweite nicht englischsprachige Serie jemals!) in den USA mit Untertiteln im TV zu sehen sein wird – ein Erfolg, der nicht zu unterschätzen ist.

Man kann hoffen, dass die wachsende Popularität von Serien im Allgemeinen und die hoffentlich langsam aufwachenden deutschen Fernsehschaffenden dafür sorgen, dass “Blochin” und “Deutschland 83” nicht einfach nur positive Ausnahmen bleiben, sonder den Beginn eines deutschen/europäischen Qualitätsserienbooms sind.