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Canal+ Serienfestival

Genauso wie schon in den letzten Jahren fand in diesem Herbst in Madrid (später auch in Barcelona und Malaga) das von Canal+ organisierte Serienfestival statt. Serienpremieren, Staffelpremieren, Workshops und Forumsdiskussionen zum Thema Serie. Es ging um illegale Downloads, das perfekte Casting, VOD und unzählige andere Themen.
Der Eintritt war frei und mit einer Presseakkreditierung hatte man hier und da die Möglichkeit, mit einigen Experten hinter den Kulissen zu sprechen. Neben vielen wirklich interessanten Diskussionen war besonders bemerkenswert, dass das Thema Serie sich von Jahr zu Jahr einer sprunghaft ansteigenden Popularität erfreut. Das Publikum war größtenteils unter 25, und neben den Hardcore-Fans gab es auch etliche Leute, die einfach mal reingeschnuppert haben. Es gab neben einer von Mad Men inspirierte Gin-Bar, Zombies, einer „OITNB“-Gefängniszelle und einem blutigen The Knick Operationstisch allerlei Fan-Goodies.
Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass Canal+ neben eigenen Serienproduktionen und dem Rechtemonopol in Frankreich und Spanien mit dem ‘Festival de las Series’ eine wirklich nette Veranstaltung geschaffen hat, die auch wieder zeigt, welcher wachsenden Popularität sich Serien erfreuen.
Natürlich gibt es sehr bald auch noch einige audiovisuelle Eindrücke…

To be continued…

“Bad Teacher” – Die Neue Einfallslosigkeit

Während meiner einige Wochen dauernden Babypause habe ich natürlich nicht untätig rumgesessen, sondern hatte etwas Zeit, mich mit einigen neu gestarteten Mid-Season Serien zu beschäftigen, und auch wiederkehrende Serien zu genießen. Ein Phänomen, das mir dabei aufgefallen ist, ist die anscheinende Einfallslosigkeit, die die Serienschaffenden in den USA befallen haben muss. Das Tüpfelchen auf dem i war die unglaublich schlechte Pilotfolge von Bad Teacher. Dem weniger wählerischen Kinobesucher (wie ich es bin…) wird der Titel sicher noch etwas sagen (ein sehr mittelmäßiger Film mit Cameron Diaz). Warum allerdings Geld ausgegeben wird, einen durchschnittlichen Film in eine furchtbare Serie umzuwandeln, bleibt wohl für immer ein Geheimnis.
„Bad Teacher“ ist aber nur das aktuellste Beispiel eines anhaltenden Trends. Den Serienmachern scheinen die Ideen auszugehen. Vor kurzem lief die Serienversion von „About a Boy“ an, die trotz guter Besetzung auch sehr uninspiriert daherkommt. Diese beiden Serien stehen allerdings für ein größeres Problem, welches sich seit längerem schon im amerikanischen Serienmarkt breit macht: Die großen Sender (NBC, ABC, CBS, etc.) bekommen immer mehr Druck von kleineren Cable-Channels (FX, AMC, USA Network, etc.), die seit langem schon die qualitativ guten, erfolgreichen und „edgy“ Serien im Angebot haben. Man versucht anscheinend durch günstig produzierte und leider oft auch schlechte Comedy diesem Trend entgegen zu wirken.
Auch der Filmklassiker Fargo wurde als Miniserie vor kurzem aufgelegt. Allerdings nicht von einem der Großen, sondern von FX (kleiner Cable-Channel von FOX). Im Gegensatz zu den zuvor genannten Serien, hat man hier alles richtig gemacht: Martin Freeman (Hobbit, Sherlock) Billy Bob Thornton und weitere bekannte Seriendarsteller wurden verpflichtet, um an dieser Serie, deren Handlung keine Kopie des Films ist, mitzuwirken. Herausgekommen ist eine wirklich ansehnliche Serie, die qualitativ problemlos guten Independent Filmen Paroli bieten kann – düster, humorvoll, bestens besetzt und gut geschrieben!
Auch bei „Agents of S.H.I.E.L.D.“, dem Serienableger der Marvel- „Avengers“ Filme, hat man solide Arbeit geleistet. Dass die Helden der Filme nicht, oder nur kurz mal auftauchen würden, war von Anfang an klar. Aber trotzdem hat man sich genug Mühe gegeben, und konnte sogar wirkliche Comic-Nerds zufrieden stellen.
Nicht selten gab es Filme, bei denen ich mir gewünscht hätte, es wäre eine Serie gewesen. Das Serienformat hat bei guten Geschichten dem klassischen Film gegenüber ja auch viel mehr zu bieten: Figuren- und dramaturgische Entwicklung, Ausarbeitung verschiedener Erzählstränge und ganz einfach mehr Zeit.
Eine Serie kann einer Geschichte, die in einem Film zu kurz kommen würde, natürlich genügend Platz bieten. Umgekehrt möchte man sich gar nicht vorstellen, dass die großen Serien der letzten Jahre, wie die „Sopranos“, „Dexter“, „Mad Men“ oder gar „Game of Thrones“ in Filmlänge hätten erzählt werden müssen.
Dass ausgerechnet „About a Boy“ und „Bad Teacher“ den Sprung von der Leinwand auf die Mattscheibe schaffen mussten, andere Serienprojekte viel zu früh gecancelt oder nie verwirklicht wurden, kann man nur als äußerst bedauerlich bezeichnen.

Endlich 2014

Die Weihnachts-/Neujahrspause hat lange genug gedauert und endlich geht es bei den Serien wieder zur Sache. Bis “Game of Thrones” und “The Walking Dead” wiederkehren dauert es noch ein bisschen, aber bis dahin kann man sich bestens die Zeit mit anderen Serien vertreiben. Als erstes ruhen natürlich alle Hoffnungen auf der neuen HBO Dramaserie “True Detective”, in der Matthew McConaughey und Woody Harrelson die Hauptrolle spielen. Die Trailer sehen vielversprechend aus! Josh Holloway (Sawyer aus Lost) kommt mit einer riesig-produzierten Crime/SciFi Serie zurück: in “Intelligence” spielt er einen Agenten, dem ein Chip ins Gehirn eingepflanzt wurde.
Die etwas verquere Anwaltsserie “Rake” mit Greg Kinnear macht einen vielversprechenden Eindruck und was aus all den groß angekündigten Sitcoms wird, bleibt abzuwarten.
Leider reicht der Platz hier nicht aus, um auf alles hinzuweisen, was es in diesem Jahr zu beachten gilt, aber neben den neuen Serien kann man sich getrost auch auf gute alte Bekannte (“Episodes”, “Justified”, “Hannibal”, etc.) freuen.