Category Archives: Drama

Akte X ist zurück!!

Nachdem es viel zu lange gedauert hat, sind Mulder und Scully endlich wieder zusammen zu sehen. In einer Miniserie, die jetzt ab Anfang Februar auch in Deutschland zusehen ist (Pro7), dürfen wir dem alten Team in sechs Episoden bei der Arbeit zuschauen.
Man hat sich entschlossen, “nur” eine Miniserie zu machen, da natürlich bei einer 90er Jahre Ikone nach so vielen Jahren auch etliches schiefgehen kann. Man denke nur an die Kultserie “Arrested Development”, die von Netflix wiederbelebt worden war.
Die sechs Episoden sind so aufgeteilt, dass die erste und letzte Folge zusammenhängen und die vier Folgen in der Mitte selbstständige ‘case of the week’ Episoden sind.
Nach den ersten drei Folgen kann man sagen, dass es wieder richtig Spass macht, den beiden (und natürlich auch noch etlichen alten Gesichtern) zuzuschauen. Auch wenn viele Kritiker die Pilotfolge nicht mochten, ging es doch eigentlich mit einem richtigen Paukenschlag los. die zweite und dritte Folge waren dann wieder im altbekannten Format: irgendwo zwischen spooky und absurd.
Man kann als Fan nur hoffen, dass es nicht bei den sechs Episoden bleibt. “Akte X” hat nach Serienende ein Loch in der Fernsehlandschaft hinterlassen, das von keiner anderen Serie richtig gefüllt werden konnte.
Mögen noch viele unheimliche Fälle von Mulder und Scully gelöst werden!
I want to believe 😉

Daredevil

Überall in der Stadt kann man die z.T. Fassadengroßen Poster für die neue Netflix-Serie “Daredevil” sehen, und nachdem nun schon ein paar Tage vergangen sind, hab ich es endlich geschafft, mir die Serie anzuschauen. Das von Netflix und Amazon propagierte ‘binge-viewing’, bei dem man alle Teile einer Staffel auf einmal zu sehen bekommt, ist für mich immer ein bisschen Fluch und Segen. Ein verregnetes Wochenende und man hat eine Staffel durch, aber zehn, sechzehn oder gar zwanzig Episoden auf einmal zur Verfügung haben, kann auch auch ein bisschen zu viel sein. (momentan sind mir schon die vier geleakten GOT Folgen zu viel).

Aber endlich habe ich “Daredevil” durchgesehen und war eigentlich positiv überrascht. Die Serie ist sehr finster, hin und wieder überraschend brutal, bleibt ihrer Comicvorlage jedoch, soweit ich es einschätzen kann, immer sehr treu. Die Prämisse ist eigentlich sehr schnell erklärt: der blinde Anwalt Matt Murdoch eröffnet seine erste Kanzlei und aufgrund seiner fast übermenschlichen Sinneswahrnehmung kann er des Nachts als ‘Daredevil’ die Kriminalität New Yorks bekämpfen. Zeitgleich zeigt die erste Staffel auch den Aufstieg den großen Bösewichts Wilson Fisk. Murdoch wird natürlich von einem Freund/Partner unterstützt, der auf wunderbare Weise von Eldon Henson verkörpert wird. Neben vielerlei vorhersagbarer Comic-Tropoi gibt es immer wieder nette Überraschungen und da es sich bei “Daredevil” um keine klassische TV Serie handelt, hatten die Autoren auch erzählerisch einige Freiheiten, die eine serielle Erzählstruktur der klassischen wochenweisen TV-Serien nicht zulässt.

Im Großen und Ganzen kann man “Daredevil” natürlich allen Comicfans empfehlen, da in dieser Serie die dunkle Hell Kitchen- Crime-Fighter Atmosphäre bestens rüberkommt und, zumindest für meinen Geschmack, die Besetzung des Daredevil mit Charlie Cox sehr gelungen ist. Aber auch Nicht-Comicfans bietet die Serie viel – gelungene Nebenfiguren, eine durchweg gut Besetzung, spannende Fälle und natürlich am Ende die Vorfreude auf die nächste Staffel.

Netflix hat es geschafft, sich als ernstzunehmender Serienproduzent zu etablieren. Ein Abo lohnt sich sicher auf jeden Fall und die Qualität der bis jetzt abgelieferten Serien lässt auf Spannendes in der Zukunft hoffen.

Gotham

Über den Sommer war leider eine längere Zwangspause angesagt, was mir aber (wie sollte es anders sein) viel Zeit zum Serienschauen ließ. Neben einer ganzen Reihe von neuen Serien habe ich mich seit der Ankündigung im letzten Jahr sehr auf “Gotham” gefreut. Und nachdem ich nun die ersten Folgen gesehen habe, kann ich nur sagen, dass ich nicht enttäuscht bin.
Als erstes drängte sich natürlich die Frage auf, warum noch niemand schon früher auf die Idee gekommen war, eine ‘Origin Story’ als Serie zu bekannten Comic-Helden zu machen. Sicher gab es speziell was Supermann angeht schon diverseste Versuche. Aber “Gotham” vermag es wirklich, die richtige Menge des wunderbar dunklen Charmes der Nolan-Verfilmungen in die Serie einfließen zu lassen, und trotzdem hin und wieder mit einem Augenzwinkern aufzuwarten.
Von Anfang an kann der Zuschauer erahnen, warum die Figuren, die man als Erwachsene auf beiden Seiten des Gesetzes kennt, so sind, wie sie sind. Der junge Bruce Wayne, der den Mord an seinen Eltern miterlebt, der Pinguin, in dem eine böse Seele schlummert, die aber noch zum Vorschein gebracht werden muss, Detective James Gordon, der als Neuankömmling versucht, die korrupte und marode Polizeitruppe auf einen besseren Weg zu bringen. Natürlich gibt es auch noch Alfred, den Riddler und natürlich Catwoman (oder vielmehr Catgirl).
“Gotham” wurde teuer produziert, was man der Serie natürlich ansieht, und die Besetzung ist sehr gut gelungen.
Man darf hoffen, dass es so gut weitergeht, wie es begonnen hat und dass mit den ikonischen Figuren weiterhin so gut umgegangen wird, wie es die ersten Folgen vermuten lassen.
Auf jeden Fall ist “Gotham” auch für nicht Comic Fans eine sehenswerte Serie. Und wenn jemand mit Batman, Catwoman und Co nichts anzufangen weiß, ist dies vielleicht die beste Möglichkeit, sich mit der Welt Gotham Citys vertraut zu machen.

24 – Live another Day

Nach einigen Jahren Pause ist, für viele überraschend, vor kurzem plötzlich Jack Bauer wieder auf der Mattscheibe aufgetaucht, und genauso wie die meisten Kritiker war auch ich sehr verhalten, was meine Vorfreude anging. In meinem Fall war “24” die Serie, die mich endgültig zum Serienfan gemacht hatte. Die ersten drei Staffeln wurden in Rekordzeit durchgeschaut, und das Wort ‘fernsehsüchtig’ bekam damals eine völlig neue Dimension. Leider hatte die geniale Erzählstruktur von 24 nach einigen Staffeln viel von ihrem anfänglichen Reiz eingebüßt. Nicht selten schien es, als hätten die Autoren zu große Probleme, das zu eng scheinende Korsett der ’24 Stunden Prämisse’ sinnvoll zu füllen. Nach dem Attentatsversuch auf den Präsidenten war es nur ein kurzer Weg zur explodierenden Atombombe in LA.
Nachdem aber nun ein paar Jahre verstrichen sind, meldet sich das alte Team zurück und bringt eine 12 Stunden Version von “24” ins Fernsehen/Internet.
Nachdem die ersten paar Folgen nun gezeigt wurden, kann man sagen, dass es wirklich wieder viel Spaß macht, “24” zu sehen. Nicht nur, weil man sich an damals erinnert, und das alte Gefühl, die Aufregung und Spannung zurückkommen. Man ist, genauso wie Jack und Chloe, auch 13 Jahre älter geworden und empfindet beim zuschauen dieses wohlige Gefühl, alte Bekannte wiederzusehen.
Diesmal spielt “24” in London und es soll der Präsident vor einem Angriff mit Millitärdrohnen geschützt werden, während er sich in England befindet, um den britischen PM von der Wichtigkeit militärischer Drohnen zu überzeugen.
Die Parallelen zu aktuellen Problemen sind natürlich offensichtlich. Warum sollten ferngesteuerte Drohnen nicht von Hackern übernommen werden? Wer tötet mit einer Drohne: ein Soldat am Joystick, tausende Kilometer entfernt?
Bis jetzt ist „24 – Live another Day“ spannend erzählt, man trifft viele Figuren von damals wieder und das 12 Stunden Gerüst scheint der Serie gut zu tun. Die Serie nach Europa zu verlagern, birgt sicherlich, speziell für den amerikanischen Markt, einige Risiken für die Produzenten, aber die Gleichung scheint aufzugehen. Nach der mehrjährigen Pause ist die neue Staffel von “24” anders genug, um neu zu wirken, aber nicht zu neu, um sinnvoll an das Bekannte anzuknüpfen. Der in London geborenen Kiefer Sutherland hat das Herzstück seines professionellen Lebens in seine Heimat geholt und, allem Anschein nach, die Figur des Jack Bauer erfolgreich in die heutige Zeit geholt.
Ab jetzt wird nicht nur Amerika gerettet, sondern die ganze Welt!

Helix

Der amerikanische Sender SyFy hatte viele Jahre ein Spartendasein gefristet und hauptsächlich die Bedürfnisse von Science Fiction- und Fantasy-Nerds befriedigt. Spätestens jedoch seitdem im Jahre 2004 die Serie “Battlestar Galactica” neu aufgelegt wurde, ist SyFy erwachsen geworden und gehört zu einer festen Größe unter den Kabelsendern in Nordamerika.
Vor kurzem lief dann auch endlich die lang erwartete Serie “Helix” an, in der es um ein Gruppe von Wissenschaftlern geht, die in den Tiefen der Arktis einen mysteriösen Virus untersucht.
Nachdem es zu mehreren Ausbrüchen einer völlig neuen Krankheit kam, wird eine Gruppe von Wissenschaftlern des CDC (Center of Disease Control) eingeflogen, um den Virus zu untersuchen. Sehr schnell wird klar, dass neben Interessen aus der Privatwirtschaft und dem Militär, allerlei weitere Geheimnisse versucht werden, verborgen zu halten.
Das Team von Wissenschaftlern wird von dem charismatischen Dr. Farragut geleitet, der eigentlich überqualifiziert ist für diesen Job, welcher anfangs noch fälschlicherweise als “Routine” eingestuft wird. Da aber sein Bruder einer der erkrankten Wissenschaftler in der Basis ist, erklärt er sich bereit, die Untersuchung zu übernehmen.
Was die Serie für den Zuschauer trotz etlicher vorhersagbarer Momente interessant macht, ist die Tatsache, dass die Dynamik, die sich zwischen panischen und hilflosen Wissenschaftlern, Kranken und einem geheimnisvoll agierenden Stationsleiter entsteht, auf einem so engen, von der Außenwelt abgeschiedenen Ort, für eine derart angespannte Atmosphäre sorgt, dass man jeden Moment mit dem Schlimmsten rechnen muss.
Die Serie ist auf 13 Episoden in der ersten Staffel angelegt, was genug Zeit bietet, jegliche Figuren und Erzählstränge detailliert auszuarbeiten.
Arktische Kälte, Schneestürme und Abgeschiedenheit von der Außenwelt werden wunderbar kontrastiert zu den hitzigen Debatten, den Kampf gegen mutierende Kranke und die davonlaufende Zeit im Inneren der Station dargestellt. Der wunderbar verquere Soundtrack sorgt dann auch noch für das Tüpfelchen auf dem i…
Wenn die Serie so weitergeht, wie sie begonnen hat, ist sie auf jeden Fall “wärmstens” zu empfehlen.

Hostages

Nachdem nun einige Folgen der Serie Hostages zu sehen sind, kann man sich ein Bild dessen machen, was in dieser Serie schon erreicht wurde, welches Potenzial sie hat, und warum sie sicherlich scheitern wird.
Vorweg ist zu bemerken, dass Hostages eine von Jerry Bruckheimer produzierte Serie ist, in der Toni Collette eine Mutter und Präsidentenchirurgin neben einem wie immer guten Dylan McDermott als Geiselnehmer spielt.
Ohne zu viel von der Handlung preiszugeben, kann man wohl sagen, dass der Titel die Prämisse sehr gut zusammenfasst.
Dr. Sanders ist eine erfolgreiche Chirurgin, die den Lungentumor des Präsidenten operativ entfernen soll. Kurz vor der OP wird ihre Familie als Geiseln genommen, und sie wird gezwungen, den Präsidenten bei der Operation umzubringen. Sehr schnell wird es klar, dass es sich bei den Geiselnehmern nicht um böse Terroristen handelt, sondern vielmehr um eine Gruppe, die ebenfalls unter Druck gesetzt wurde. So entsteht, wie in zu vielen Serien mittlerweile, eine Situation, in der eine große, übermächtige und geheime Organisation die Fäden in der Hand hält.
Genau hier liegt das Problem von Hostages. In dem Moment, wo man mit allen, noch so skrupellosen Akteuren sympathisieren kann, wirkt die Serie zu weichgespült. Warum hat man aus Dylan McDermotts Söldnertrupp nicht ganz klar zu Bösewichte gemacht, die perfekt organisiert nur auf ihr Geld aus sind? Wahrscheinlich, weil es sich um eine Broadcast Serie handelt, und man nicht die gleichen Freiheiten hat, wie es z.B. bei Homeland in Staffel 1 auf Showtime noch der Fall war.
Mit ziemlicher Sicherheit wird es die Serie nicht über die erste Staffel hinausschaffen. Und sie sollte es auch nicht. Das Thema gibt genug Stoff her, um eine straff und spannend erzählte erste Staffel zu produzieren. Danach würde die eigentliche Serienidee wahrscheinlich hinfällig werden, oder man müsste, wie es bei anderen Serien permanent passiert, sehr weit von der Anfangsidee abkommen, was mir schon oft eine eigentlich unterhaltsame Serie vermiest hat (Revenge, Homeland, Scandal, etc.).
Man darf also hoffen, dass Hostages noch einmal die Kurve kriegt und nach einer guten Staffel zu Ende geht.

Orphan Black

Für diejenigen, die wie ich auf klassisch erzählte amerikanische Dramaserien konditioniert sind, ist “Orphan Black” eine wahrlich positive Überraschung.

Diese von Space (Kanada) und BBC America produzierte Serie wird zwar als Science Fiction beworben, ist aber abgesehen von der Klon-Idee eine klassische Dramaserie, die in der Jetztzeit spielt.

Sarah, die Hauptfigur der Serie wird von einer mir bis dato unbekannten Tatiana Maslany gespielt, die auf beeindruckende Weise in die Rollen der gleichen und doch grundlegend unterschiedlichen Klone schlüpft. Als passionierter Synchronisationsgegner bin ich zwar immer gegen den unverzeihbaren Sprach- und Soundmissbrauch durch Synchronisation, wie er seit Jahrzehnten an Serien und Filmen vollzogen wird, aber speziell hier muss man die Serie im Original sehen, da Tatiana es auf überzeugendste Art und Weise versteht, die unterschiedlichen Akzente der einzelnen Figuren rüberzubringen.

Abgesehen von den einzelnen Erzählungssträngen, die konsequent verfolgt werden, wirft die Serie natürlich neben moralischen Problemen auch die Frage auf “Was würde ich tun, wenn ich mit meinen Klonen konfrontiert würde?” Genau diese unglaublich große Palette an Reaktionen wird hier durch die Hauptfigur(en) in all ihren Facetten reflektiert.

Das Tatiana Maslany nicht für einen Emmy nominiert wurde, ist eine absolute Schande, denn auch wenn die Serie hier und da die typisch amerikanische Geschmeidigkeit großer Dramaserien vermissen lässt, kann ich mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so von er Präsenz einer Darstellerin in einer Serie beeindruckt war. In der 6. Staffel meiner Lieblingscomedy “Parks and Recreation” wird Tatiana als Gast zu sehen sein, worauf man sich sicher ganz objektiv freuen sollte…

Orphan Black –  Eine gelungene Abwechslung für alle, die sich nicht von den minimalen Fantasy-, bzw. Sci.Fi. Aspekten dieser Serie abschrecken lassen…