Daredevil

Überall in der Stadt kann man die z.T. Fassadengroßen Poster für die neue Netflix-Serie “Daredevil” sehen, und nachdem nun schon ein paar Tage vergangen sind, hab ich es endlich geschafft, mir die Serie anzuschauen. Das von Netflix und Amazon propagierte ‘binge-viewing’, bei dem man alle Teile einer Staffel auf einmal zu sehen bekommt, ist für mich immer ein bisschen Fluch und Segen. Ein verregnetes Wochenende und man hat eine Staffel durch, aber zehn, sechzehn oder gar zwanzig Episoden auf einmal zur Verfügung haben, kann auch auch ein bisschen zu viel sein. (momentan sind mir schon die vier geleakten GOT Folgen zu viel).

Aber endlich habe ich “Daredevil” durchgesehen und war eigentlich positiv überrascht. Die Serie ist sehr finster, hin und wieder überraschend brutal, bleibt ihrer Comicvorlage jedoch, soweit ich es einschätzen kann, immer sehr treu. Die Prämisse ist eigentlich sehr schnell erklärt: der blinde Anwalt Matt Murdoch eröffnet seine erste Kanzlei und aufgrund seiner fast übermenschlichen Sinneswahrnehmung kann er des Nachts als ‘Daredevil’ die Kriminalität New Yorks bekämpfen. Zeitgleich zeigt die erste Staffel auch den Aufstieg den großen Bösewichts Wilson Fisk. Murdoch wird natürlich von einem Freund/Partner unterstützt, der auf wunderbare Weise von Eldon Henson verkörpert wird. Neben vielerlei vorhersagbarer Comic-Tropoi gibt es immer wieder nette Überraschungen und da es sich bei “Daredevil” um keine klassische TV Serie handelt, hatten die Autoren auch erzählerisch einige Freiheiten, die eine serielle Erzählstruktur der klassischen wochenweisen TV-Serien nicht zulässt.

Im Großen und Ganzen kann man “Daredevil” natürlich allen Comicfans empfehlen, da in dieser Serie die dunkle Hell Kitchen- Crime-Fighter Atmosphäre bestens rüberkommt und, zumindest für meinen Geschmack, die Besetzung des Daredevil mit Charlie Cox sehr gelungen ist. Aber auch Nicht-Comicfans bietet die Serie viel – gelungene Nebenfiguren, eine durchweg gut Besetzung, spannende Fälle und natürlich am Ende die Vorfreude auf die nächste Staffel.

Netflix hat es geschafft, sich als ernstzunehmender Serienproduzent zu etablieren. Ein Abo lohnt sich sicher auf jeden Fall und die Qualität der bis jetzt abgelieferten Serien lässt auf Spannendes in der Zukunft hoffen.