Devious Maids

Wer wie ich nie ein wirklich großer Fan der “Desperate Housewives” war, wird verständlicherweise der neuen Serie von Marc Cherry mit gewisser Skepsis begegnen. Wenn man obendrein noch erfährt, dass Eva Longoria als ausführende Produzentin an Bord ist, klickt man sofort weg. So hat es auch bei mir einige Wochen gedauert, bis ich begann, den “Verschlagenen Dienstmädchen” einen genaueren Blick zu schenken.
Nachdem ich nun up to date bin, muss ich sagen, dass es sich wider Erwarten gelohnt hat.
Im Kern ist “Devious Maids” eine klassische whodunit Geschichte: Ein Dienstmädchen wird auf einer Party in Beverly Hills ermordet und die Suche nach dem Mörder beginnt…
Eigentlich ist aber die Serie so interessant, weil sie auf ganz verschiedenen Ebenen, für ganz verschiedene Zuschauer funktioniert. Einerseits gibt es den Staffelübergreifenden Spannungsbogen des aufzuklärenden Mordes, anderseits gibt es unglaublich viele, wunderbar zynische Einblicke in das Verhältnis von Dienstmädchen zu ihren Arbeitgebern. Wer aber glaubt, dass die Serie sich auf dieses “Oberschicht gegen Arbeiterschicht” Thema beschränkt, könnte kaum weiter entfernt sein, von dem was die Serie eigentlich bietet. Die Dynamik unter den verschiedenen Dienstmädchen ist eine wahre Freude und der Facettenreichtum, mit dem die Dienstmädchen, die sonst gern in ein und die selbe Schublade gesteckt werden, ausgearbeitet sind, ist auf beeindruckende Weise gelungen. Mutter, Tochter, Liebhaberin, ambitionierte Karrierefrau, etc…
Aber auch die “Reichen und Schönen” in Beverly Hills werden als wirklich dreidimensionale Figuren dargestellt, die die ganze Bandbreite dessen abdecken, das man erwarten könnte: von skrupellos über naiv bis hin zum romantischen Träumer.
Immer wieder wird mit Klischees und den Erwartungen der Zuschauer gespielt, und nicht selten gibt es gelungenen Überraschungen.
Natürlich verfügt die Serie nicht über eine Komplexität wie es bei einigen hochklassigen Serien der Fall ist; das war aber auch nie die Absicht.
“Devious Maids” ist eine Serie, die in ihrer gleichzeitigen Oberflächlichkeit und Tiefgründigkeit nur von Amerikanern gemacht werden kann.
Sehenswerte Abwechslung mit vielen talentierten Kreativen – vor und hinter der Kamera – die genau wissen, was sie machen.