Fear the Walking Dead

Als es hieß, dass es eine Art Prequel zu “The Walking Dead” geben soll, waren nicht wenige erst einmal skeptisch. Nur weil es mit “Better Call Saul” und “Breaking Bad” funktioniert hat, muss es nicht unbedingt auch bei der Erfolgs-Zombie-Serie klappen. Der Ausbruch einer Seuche oder Krankheit, die alle Menschen zu Zombies macht, scheint an sich eher eine gute Story für einen Film zu sein, aber kann eine ganze Serie damit erzählt werden? Bei “The Walking Dead” spielt der Ursprung der Zombieseuche nur bedingt eine Rolle. Die Zeit, bzw. die Welt danach ist das, was interessiert.
Nachdem aber nun die ersten Episoden von “Fear the Walking Dead” zu sehen sind, kann man sagen, dass es die Serie sehr gut versteht, eine eigene Tonalität zu entwickeln, ohne dem großen Vorbild zu sehr nachzueifern. Die Besetzung ist bis hin zu den (normalerweise nervigen) Kinderdarstellern gelungen. Man hat bis jetzt darauf verzichtet, eine direkte Verbindung zur Originalserie zu schaffen, was auf jeden Fall eine gute Entscheidung ist.
Während “The Walking Dead” in einer apokalyptischen Welt spielt, ist es hier sehr nett anzusehen, wie mit dem Zombieausbruch in der Jetzt-Welt umgegangen wird. Handyvideos von Zombie-Attacken – echt oder gefaked? Nachrichten im Fernsehen – Lüge oder Wahrheit? Die Serie versteht es, auf intelligente Weise mit der Rolle der Medien und sozialer Netzwerke zu spielen. Auf diesem Weg bekommt die Serie einige Features, die dem Original fehlen.
Es bleibt abzuwarten, wie lange sich das Ausbruchs-Szenario hinziehen lässt, aber es sieht sehr vielversprechend aus.
Wer “The Walking Dead” mag, wird sicher auch an dem Prequel seine Freude haben. Auf jeden Fall lohnt es sich, mal reinzuschauen.