Orange is the New Black

In der wunderbaren Serie “Orange is the new Black” begleiten wir die juppige Mitt-30erin Piper dabei, wie sie aus ihrem perfekten Leben herausgerissen wird und eine 15-monatige Haftstrafe absitzen muss.

Was im ersten Moment nicht sonderlich spektakulär klingt, erweist sich aber als eine beeindruckend gut geschriebene Serie, die in ihren 13 Episoden der ersten Staffel eine in mehrerlei Hinsicht interessante Transformation beschreibt.

Einerseits ist die Veränderung der Hauptfigur bestens beschrieben – von der jungen Frau, die ihre abenteuerliche Vergangenheit lange hinter sich gelassen hat, von dieser jedoch überraschend eingeholt und für die sie auch bestraft wird. Kurz vor ihrer Hochzeit und der Firmengründung mit ihrer besten Freundin wird sie aus ihrem Leben gerissen und muss sich in unerwarteten und absolut anderen Umständen zurecht finden – ein klassisches “fish out of water” Motiv…

Andererseits macht die Serie ein dramaturgische Veränderung durch – von einer anfangs noch eher Comedy-lastigen Serie bis hin zu einem wirklich dramatischen Ende/Cliffhanger. Episode für Episode wird es ernsthafter und, nicht nur für die Hauptfigur, immer dramatischer.

Was mich aber besonders beeindruckt, bzw. überzeugt hat, sind die Nebenfiguren in der Serie. Es mag daran liegen, dass die Autorin des Buches, auf dem die Serie basiert, wirklich im Gefängnis war und eigene Knast-Bekanntschaften ins Buch hat einfließen lassen, oder einfach nur an begnadeten Drehbuchschreibern. Keine der Figuren wirkt gezwungen, oder eindimensional. Von den Wärtern bis zu den Insassen sind alle Charaktere interessant ausgearbeitet und dank der exzellenten Schauspieler durchweg glaubwürdig. Man hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet! Die Rückblenden in die Vorgeschichten der Nebenfiguren sind kurz und schaffen es trotzdem ein klares Bild jeder dieser Frauen zu kreieren. Hier hat die Serie anderen Serien wie z.B. “lost” einiges voraus… Trotz alledem hat man nicht den Fehler gemacht, sich nur auf die guten Nebenfiguren zu verlassen und dabei die Hauptfigur zu vernachlässigen, wie es bei “HIMYM” geschehen ist. Jenji Kohan (“weeds”) hat hier eine perfekte Balance unter den Figuren geschaffen…

Man darf sich getrost auf die zweite Staffel freuen. Ich hoffe, dass die Figuren, die in der ersten Staffel noch zu kurz gekommen sind, ein bisschen mehr Beachtung finden und wir ein bisschen mehr über ihr Leben vor dem Gefängnis erfahren (speziell meine Lieblingsfigur “Crazy Eyes”!).

Sehr sehenswert!