Orphan Black

Für diejenigen, die wie ich auf klassisch erzählte amerikanische Dramaserien konditioniert sind, ist “Orphan Black” eine wahrlich positive Überraschung.

Diese von Space (Kanada) und BBC America produzierte Serie wird zwar als Science Fiction beworben, ist aber abgesehen von der Klon-Idee eine klassische Dramaserie, die in der Jetztzeit spielt.

Sarah, die Hauptfigur der Serie wird von einer mir bis dato unbekannten Tatiana Maslany gespielt, die auf beeindruckende Weise in die Rollen der gleichen und doch grundlegend unterschiedlichen Klone schlüpft. Als passionierter Synchronisationsgegner bin ich zwar immer gegen den unverzeihbaren Sprach- und Soundmissbrauch durch Synchronisation, wie er seit Jahrzehnten an Serien und Filmen vollzogen wird, aber speziell hier muss man die Serie im Original sehen, da Tatiana es auf überzeugendste Art und Weise versteht, die unterschiedlichen Akzente der einzelnen Figuren rüberzubringen.

Abgesehen von den einzelnen Erzählungssträngen, die konsequent verfolgt werden, wirft die Serie natürlich neben moralischen Problemen auch die Frage auf “Was würde ich tun, wenn ich mit meinen Klonen konfrontiert würde?” Genau diese unglaublich große Palette an Reaktionen wird hier durch die Hauptfigur(en) in all ihren Facetten reflektiert.

Das Tatiana Maslany nicht für einen Emmy nominiert wurde, ist eine absolute Schande, denn auch wenn die Serie hier und da die typisch amerikanische Geschmeidigkeit großer Dramaserien vermissen lässt, kann ich mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so von er Präsenz einer Darstellerin in einer Serie beeindruckt war. In der 6. Staffel meiner Lieblingscomedy “Parks and Recreation” wird Tatiana als Gast zu sehen sein, worauf man sich sicher ganz objektiv freuen sollte…

Orphan Black –  Eine gelungene Abwechslung für alle, die sich nicht von den minimalen Fantasy-, bzw. Sci.Fi. Aspekten dieser Serie abschrecken lassen…