Transparent und Amazon

Nachdem “Transparent” nun zwei Golden Globes gewonnen hat, hat man plötzlich Amazon als Serienproduzent auf dem Schirm. Nachdem Netflix mit seinen Eigenproduktionen schon gehörig positive Kritik einfahren konnte, hat Amazon nun kräftig nachgelegt.
Die preisgekrönte Serie “Transparent” ist dabei sicher erst der Anfang. Wenn man sich anschaut, was Amazon Prime noch so im Angebot hat, darf man sich wahrlich auf gute Unterhaltung freuen. “Alpha Dogs” war vor 2 Jahren der geglückte Startschuss, der trotz exzellenter Besetzung weitgehend unter dem Radar lief. Die jetzt anstehenden Serien sollte man sich unbedingt anschauen (kostenloses amazon prime Probe-Abo und los!).
Ron Perlman, Mena Suvari, Steven Soderbergh und John Goodman sind nur einige der Stars, die auf die eine oder andere Weise für Amazon Serien machen.
Auch wenn die Idee für einige noch abwegig zu sein scheint, ist es eigentlich schlüssig und von Amazons Seite aus ein cleverer Schachzug. Die Verwertungskette beginnt bei “kostenlosem” Streaming für Prime Kunden, geht dann zum Kauf/Leihen einzelner Episoden und endet im Verkauf der Soundtrack Musik. Mal sehen, wann Apple ein wenig von seinen unendlichen Geldreserven in die Hand nimmt und dem Beispiel folgt…
Sicher wird es noch einige Jahre dauern, bis die Leute akzeptieren, dass das klassische Fernsehen für Serien und Filme eigentlich verzichtbar ist. In der heutigen Zeit hat das Fernsehen keine wirklichen Vorteile mehr (es sei denn, es geht um Talkshows, Sport oder Nachrichter), wenn es um fiktive Inhalte (“gescriptete Serien” und Filme) geht. Vor drei Jahren wurden die “Internet-Filmchen” noch müde belächelt, dann kam Netflix mit großen Eigenproduktionen um die Ecke. Nach anfänglicher Nervosität macht sich mittlerweile langsam Panik bei den “Fernsehschaffenden” breit. Wenn schlechtes Programm produziert wird, gehen die Zuschauer nicht mehr nur zu einem andern Sender, sondern zu einem anderen Medium über. Damit haben diese Medien dann wiederum auch die Kundschaft und das Geld, um Qualität zu produzieren.
Netflix, als Streaming Dienst, wurde mit der Serie “House of Cards” bei Preisverleihungen noch übergangen. Mittlerweile kommt auch die Unterhaltungsindustrie nicht mehr daran vorbei, Inhalte alternativer Medien zu berücksichtigen. In diesem Sinne hat “Transparent” wirklich ein Tür aufgestoßen und dabei einen weiteren Nagel in den Sarg des klassischen Fernsehens geschlagen.